Überraschende Aspekte der Seitenladezeit für Ihr Endergebnis

Passionierter Drachenflieger, Verleger und Postmeister Benjamin Franklin soll für den Spruch „Zeit ist Geld“ verantwortlich sein. Er ahnte sicher nicht, wie relevant dieser Satz noch Hunderte von Jahren später ist, insbesondere wenn es um die Relation zwischen Kundenerwartungen an die Ladezeiten deiner Webseiten und Einnahmeverlusten geht.

Die Seitenladezeit ist die Zeit, die der Browser benötigt, um die Seite mit all ihren Inhalten abzurufen und vollständig darzustellen. Ganz gleich, wie man es dreht und wendet, niemand mag langsam ladende Websites. Blicken wir auf das globale E-Commerce-Spielfeld von heute, bei dem es – sehr häufig – um Sekunden geht und bei dem die Beziehung zwischen hoher Kundenzufriedenheit und Seitenladezeiten in Zahlen ausgedrückt werden kann.

Seitenladezeiten und die Auswirkung auf Konversionsraten und Nutzerzufriedenheit

Nach einigen Schätzungen wartet fast die Hälfte von Besuchern nicht einmal 3 Sekunden auf das Laden einer Seite. Und nach 4 Sekunden steigt die Absprungrate und Konversionen und Einnahmen sinken erheblich. Die Konversionsrate ist das Verhältnis von Besuchern, die die von dir gewünschte Aktion – für einen Newsletter anmelden, Formular ausfüllen, Produkt in den Einkaufskorb legen, ein Tool auf deiner Website nutzen, eine Broschüre herunterladen, ein Abonnement abschließen usw. – ausführen, und der Gesamtzahl der Besucher.

Die Konversionsrate einer Website sinkt im Durchschnitt um 4,42 % mit jeder zusätzlichen Sekunde Ladezeit (zwischen 0–5 Sekunden). (Portent, 2019)

Wenn eine E-Commerce- oder SaaS (Software as a Service)-Website ihre Inhalte nicht innerhalb von 2 bis 4 Sekunden lädt, werden gemäß einer Studie im Rahmen von Akamai-Performance-Messungen viele von uns ungeduldig und verlassen die Seite. Sie stellten fest, dass bereits 1 Sekunde Verbesserung bei der Seitenladezeit zu einer Steigerung von 2 % bei Konversionen führen kann.

Was bedeutet das alles für deinen Gewinn? Im Allgemeinen erstmal, je größer du bist, desto tiefer fällst du, was deine Einnahmen angeht. Die gute Nachricht: Du kannst etwas unternehmen, um Kundenabwanderung zu mindern und deinen Jahresabschluss zu verbessern.

Seitenladeblocker und Ranking Buster – die üblichen Verdächtigen

Webseiten sind größer und komplexer den je. Sie beinhalten zudem häufiger 360-Grad-Panoramabilder und Videos, was sie noch komplexer macht. 1995 betrug die durchschnittliche Webseitengröße 14,1 KB und enthielt im Durchschnitt nur 2,3 Objekte. Heute ist die Durchschnittsgröße einer Webseite etwa 2 MB für Desktop-Anwendungen und 1,78 MB für Mobilanwendungen. Nach Googles Best Practices sollte die Seitengröße unter 0,5 MB liegen und in weniger als 3 Sekunden laden.

Google – im Allgemeinen nicht bekannt dafür, bestimmte Aspekte seiner Unternehmenspraktiken zu veröffentlichen, hat darauf hingewiesen, dass die Ladezeit der Website und die daraus resultierende Seitenladezeit eines der Signale ist, die sein Algorithmus zur Einstufung der Seiten berücksichtigt. Eine lange Ladezeit bedeutet, dass Suchmaschinen weniger Seiten in ihrem zugewiesenen Crawling-Zeitbudget erfassen, was sich negativ auf die Indexierung deiner Website auswirke kann.

Wenn Bilder und Text komprimiert werden, könnten 25 % der Seiten mehr als 250 KB und 10 % könnten mehr als 1 MB sparen, und somit zu geringeren Seitenladezeiten beitragen. (Google, 2018)

Dann gibt es auch noch die Verbindungen zu Fremdanbietern wie Google, Facebook und Twitter. Obwohl diese Social-Media-Sites sehr nützliche Branding-Tools sein können, können sie auch zu höheren Seitenladezeiten aufgrund von Latenzproblemen beitragen, insbesondere über größere Distanzen. Latenz wird üblicherweise in Millisekunden gemessen, aber wie ja schon der alte Ben meinte, ist Zeit, selbst ein Bruchteil, Geld.

Vergrabene Schätze

Jeder Fall ist individuell, wenn es um Einnahmeverluste aufgrund von langsamen Seitenladezeiten geht. Nach einigen Schätzungen gehen jedoch fast 500 Milliarden US-Dollar im E-Commerce aufgrund langer Ladezeiten verloren. Zum Beispiel erlebte der nordamerikanische Mode-Einzelhändler Nordstrom ein Absinken seiner Onlineverkäufe um 11 %, als die Antwortzeiten seiner Website nur um eine Sekunde langsamer wurden, berichtete ein früherer leitender Performance-Techniker.

Nahezu 70 % der Verbraucher geben zu, dass die Seitenladezeit sich auf ihre Bereitschaft auswirkt, bei einem Onlinehändler zu kaufen. (Unbounce, 2019)

Nehmen wir an, deine jährlichen Einnahmen liegen irgendwo bei 14 Milliarden US-Dollar. Am Beispiel von Nordstrom wäre das im Verlauf eines Jahres ein Verlust von 1,5 Milliarden US-Dollar. Es gibt noch andere Beispiele, die den Zusammenhang zwischen Seitenladezeit und deinem Gewinn zeigen:

  • Walmart und Amazon bemerkten beide ein 1%ige Steigerung bei den Einnahmen pro 100 Millisekunden verbesserter Seitenladezeit.
  • Yahoo verzeichnete 9 % mehr Traffic pro 400 Millisekunden verbesserter Seitenladezeit.
  • Google verliert 20 % seines Traffics pro zusätzliche 100 Millisekunden, die eine Seite zum Laden benötigt.

Der Punkt ist, dass selbst ein Bruchteil einer Sekunde zu großen Gewinnen oder großen Verlusten führen kann, abhängig davon, wie gut du deine Website-Ladezeiten im Griff hast.

Die höchsten Konversionsraten im E-Commerce passieren auf Seiten mit Ladezeiten zwischen 0–2 Sekunden. (Portent, 2019)

Langen Seitenladezeiten den Gar ausmachen

Für deine IT-Managementteams liegt der Schlüssel darin, über ALLE Unterbrechungen in Echtzeit Kenntnis zu haben. Andernfalls riskierst du, dass ungeduldige Kunden zu Konkurrenzseiten wechseln. Berichte, die schon einige Tage alt sind, sind wie kalter Kaffee – weder du noch deine Kunden werden sich darüber freuen.

Wenn du bedenkst, dass 80 % der Seitenladezeit am Frontend, im Browser, stattfindet, sollte ein Überwachungs-Tool der Wahl mindestens das Real User Monitoring (RUM) sein. Uptrends‘ RUM kann den Zusammenhang von Seitenladezeit und Nutzerbindung in Zahlen ausdrücken und identifizieren, wo du die Performance optimieren solltest, um die Profitabilität direkt zu verbessern.

Teste alles, was ausfallen kann, und überwache alles, selbst das, von dem du denkst, dass es nicht geprüft werden muss. Teste in der Produktionsumgebung und warte nicht auf Spitzenaktivitätszeiten wie Feiertage, erst recht nicht, wenn du ein Einzelhändler bist.

Die Kombination des Synthetic Monitorings mit dem Real User Monitoring liefert dir ein klares Bild der Performance in Bezug auf Seitenladezeit und was deine Nutzer erleben. Das letztendliche Ziel ist, Daten zum Nutzererlebnis durch RUM zusammen mit dem rund um die Uhr durchgeführten Synthetic Monitoring, wie ein Web Performance Monitoring, zu erhalten.

Sieh dir unser kostenloses Tool zum Website-Ladezeittest an, um die Ladezeit-Performance einer Website deiner Wahl anzuzeigen. Das Tool liefert dir wichtige Werte wie die Anzahl und Größe deiner Seitenobjekte, die Zuweisung von Bildern, Skriptdateien, CSS-Dateien, HTML-Dateien sowie die Ursprungs-Domains dieser Elemente. In einer einzigen Übersicht siehst du, wo Verbesserungen an der Seitenladezeit vorgenommen werden können.

Fazit

Onlinenutzer fordern Schnelligkeit, Einfachheit und Zuverlässigkeit – alles auf einmal und zusammen mit irgendeiner Art von Multimedia-Erlebnis. Die Daten sprechen für sich. Wenn du dieses Nutzererlebnis nicht komplett und konsequent lieferst, wirst du eventuell höhere Abbruchraten und unbeständige Konversionsraten sehen.

Setze RUM zusammen mit dem Synthetic Monitoring ein und du erhältst leistungsstarke Analyse-Tools, die du zur Identifizierung von Problemen und ihrer sofortigen Behebung brauchst, um die Seitenoptimierung zu verbessern. Es sind zwei unterschiedliche Ansätze, die dir wirklich helfen, wenn es um bessere Seitenladezeitmessungen und eine mögliche Steigerung deines Gewinns geht!